Trampolin

 

Bild

„Trampoline voor thuisgebruik“ by Mathew IngramFlickr  (CC BY 2.00)

Springen auf Trampolin ist immer für Kinder beliebt, sobald ihnen ein Gerät zur Verfügung gestellt wird. Auch auf Spielplätzen sind Anlagen dieser Art ihnen zugänglich. Ungefährlich ist dies aber keineswegs.

Selbst bringe ich gelegentlich mein Trampolin zum Spielplatz meiner Nachbarschaft mit, allerdings eigenverantwortlich auf der Wiese nur für die mir bereits anvertrauten Kinder, sofern ich selber weiß, worauf es besonders zu achten ist.

Allgemein halte ich zwei Faustregeln für die Sicherheit der Kinder beim Springen auf Trampolinen, auch ohne Netz, fest.

1. Regel: nie Kinder allein ohne Aufsicht springen lassen, wie es gleichfalls beim Schwimmen gilt.

2. Regel: es darf keine Gegenstand rund um geben, die Kinder beim Fallen verletzten können.

Unter anderem Wort ist ein Trampolin ohne Netz nur unter Aufsicht und nur auf freie sanfte Fläche zu stellen.

Darüber hinaus sollten keine Kinder unter 5 Jahren da springen, es sei denn sie werden behutsam unterstützt. Nur gleichaltrige Kinder können gemeinsam springen, d.h. mit derselben Körpergröße bzw. beim gleichem Gewicht. Unter meiner Aufsicht lasse ich aber nur ein einzelnes Kind springen, um auf Nummer sicher zu gehen, damit es nicht versehentlich zu Zusammenstößen kommen. Selbstverständlich steht das Trampolin dann entweder auf der Wiese oder auf dem Sand frei von Steinen und Stöcken etc.

Dabei soll das Kind zunächst nur langsam springen, um die Selbstbeherrschung zu gelangen. Kinder unter 6 Jahren können eben noch nicht beherrschen!

Am Rande wäre das Tragen eines Helmes in der Wohnung wegen der Decke ein guter Rat, aber auch warum nicht im Freien, vor allem für Kinder, die noch nicht geübt sind.

Unfälle sind häufig von Brüchen, Prellungen und Bandrissen begleitet. Für Kinder unter 5 Jahren noch im Wachstum könnten Probleme mit der Wirbelsäule auftreten. Damit wird der Spaß schon zu Ende mit Ärger für den Besitzer des Trampolins oder für die Aufsichtsperson, wenn diese Regeln nicht befolgt werden.

Ärgerlich war es schon während meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Betreuung der Flüchtlingskinder in Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen von ASB und DRK. Zwei Fälle sind beispielhaft besonders zu verzeichnen.

Fall 1: Im Jahren 2015 in der Notunterkunft von ASB sprangen Kinder ohne Aufsicht und ohne Schutz auf ein Trampolin, dessen Umgebung gar nicht frei war.

Der Sicherheitsdienst war zwar rund um die Uhr immer anwesend aber war nicht von der Gefahr bewußt, die ich beim Feierabend gleich erkannte. Das Trampolin, welches die Kinder von irgendwo verschleppten, stand eben auf Platten aus Beton direkt neben einem Sandkasten mit eckigen Rändern. Ich sorgte auf der Stelle dafür, das Trampolin eher im Kasten auf dem Sand stellen zu lassen.

Erst am nächsten Tag bereits erkrankt wegen einer winterlichen Erkältung kehrte ich besorgt sehr früh morgens zurück zum Lager. Es war Samstag, an dem ich keinen Dienst hatte, um die Leitung der Notstation vor solch einer Gefahr zu warnen, denn das Aufstellen des Trampolins im Sandkasten am Vorabend war noch falsch, wobei Kinder ja nach zu hohen Sprüngen immer noch daneben fallen könnten, entweder auf den Rand des Kastens oder sonst jenseits davon auf die harten Platten vom Boden. Das Gerät wurde sofort verbannt.

Ich bekam danach für eine Woche eine Kehlkopf Entzündung. Später entdeckte ich das Trampolin wieder, das einfach unbenutzt im Lager vom Spielzimmer abgelegt wurde.

Fall 2: Im Jahren 2016 in der Notunterkunft von DRK war ein Trampolin von einer Mitarbeiterin, die sich angeblich als Kindererzieherin vorstellte, einfach ohne Aufsicht in einem Nebenraum vom Kindergarten für die Kinder aufgestellt, noch neben der Wand oder sonst im anderen engen Raum mit Stühlen in der Umgebung.

Nach meiner raschen Meldung bei der Leitung der HEAE wurde das Trampolin verbannt. Das Benutzen wurde auch verboten, da keiner meines Wissens damit erfahren war, um Gefahren entsprechend vorzubeugen. Ich konnte zwar als ehrenamtliche Mitarbeiter nichts vorschreiben, so daß ich nur noch eigenverantwortlich meine Kindergruppe weit von solcher Gefahr unter anderen mehr betreute. Ich machte aber wenigstens die Leitung darauf aufmerksam, die berechtigt ist, entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen.

Über Martial

Ich befaße mich mit Pädologie, d.h. übergreifend mit Psychologie, Pädagogik und Pädiatrie bzw. Medizin, und darüber hinaus mit Kindern, die ich betreue, aber u. a. auch mit Elektronik. Ich bin arbeitsuchend.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Kinderklan, Pädagogik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar