Untergang – Naufrage du Lamoricière

(D) Dieses Musikstück für Orgel bespielt auf Yamaha PSS-795 dauert 45 Minuten.

Es ist den Opfern des französischen Passagierschiffes « Lamoricière » gewidmet, das 1942 auf der Rückfahrt von Alger nach Marseille am Mittelmeer unterging, wobei viele Kinder ums Leben kamen, nachdem sie unter dem Schirm vom Roten Kreuz bei Gastfamilien in Algerien weit weg vom Geschehen des Zweiten Weltkriegs beherbergt waren. Mein Vater, damals 13 Jahre alt, gehörte aber zu den wenigen Kindern, die im letzten Augenblick das Schiff nicht bestiegen, um ihren Aufenthalt noch zu verlängern.

Der Wrack wurde erst 2008 im Grund des Meeres geortet und nur ein kleiner Teil davon konnte von spanischen und italienischen Tauchern fotografiert werden. Aus diesem Anlaß ist ein Buch in seiner neuen Version « Le naufrage du Lamoricière » im Februar 2010 in Frankreich herausgegeben worden. Das erste Buch war nämlich 1943 veröffentlicht und gleich vergriffen, bevor der Untergang « Titanic vom Mittelmeer » in die Vergessenheit geriet.

Die Ursachen für diese Tragödie blieben allerdings unter Umständen und ungeachtet des Orkans recht dubios. Am Bord befanden sich polnische Mathematiker in Begleitung von englischen Geheimagenten, um geheime Koden von deutschen U-Boots zu knacken. Mein musikalisches Werk habe ich aber schrittweise in Anlehnung an die offizielle Version und Zeugnisse von Überlebenden geschrieben.

Es ist mir tatsächlich gelungen, dieses Werk nur für ein Instrument zu komponieren, indem sich alle Etappen der Fahrt gut voneinander unterscheiden, nur dann wenn der Zuhörer den Ablauf nach der Geschichte gut kennt. Diesbezüglich möchte ich gerne nachfolgend beschreiben.

Im ersten Anlauf hört man gleich Sirenen aus den Schornsteinen als Anzeichen dafür, wie das Schiff gerade friedlich den Hafen verläßt, allerdings noch auf ruhigem Wasser, aber schon anfangs für alle Zuschauer auf dem Kai, die gekommen waren, um sich zu verabschieden, in einer Stimmung vom Ungewissen angesichts dessen, daß das Meer bereits außerhalb etwa unruhig ist. In diesem Augenblick wird die Musik für eine Weile leiser, um bei den Augenzeugen vom Hafen den Eindruck zu erwecken, wie sich das Schiff langsam entfernt. Man merkt zeitweise bei langen Tönen, wie sich das Schiff noch leicht und sicher durch das Wasser driftet. Die Musik wird erst wieder laut, um die Zuhörer in die Lage der Passagiere zu versetzen, die gerade am Bord miterleben, wie das Schiff trotzdem im Sturm seine Fahrt fortsetzt, bis es nachts dunkel wird. Die Musik erklingt dann deshalb am Ende unheimlich, als wäre das Schicksal wie im Nebel verschleiert und derart besiegelt, daß es kein Entkommen mehr geben wird.

Plötzlich nach etwa 15 Minuten hört man sehr deutlich in der Musik mehrmals das SOS-Signal eines Frachtschiffes, das sich unweit in der Nähe der Inseln Minorque in Schwierigkeit befindet, so daß sich das Passagierschiff unter Beschleunigung des Musiktempos sofort au dem Wege macht, um die Rettungsaktion zu wagen, trotz des Sturms, der immer stärker wird, wie dies in Begleitung lauter Wellen in der Musik verdeutlicht wird. Vor Ort angekommen, erklingt die Musik plötzlich gespenstig, da nichts in der Dunkelheit der Nacht zu sehen ist. Begleitet von Schornsteinen Sirenen wird es dreimal „Ahoi“ gerufen, in der Hoffnung noch Überlebenden zu finden, aber vergeblich. Im Anschluß daran wird das Musikstück traurig, denn alle Versuche mit der Kursänderung umsonst gewesen ist, um eben in diesem Augenblick die Enttäuschung unter der Mannschaft zu spüren. Es wird gleich gefolgt von einer von mir erfunden schönen Melodie, die sich abermals in verschiedenen Tönen wiederholt, um die Ehre für die Toten zu würdigen, bis plötzlich die Realität daran erinnert, in welcher Lage sich nun das Passagierschiff ebenfalls befindet.

Der Sturm wird nämlich zum Orkan, so daß das Schiff gleich eigene Kraft verliert, schon wegen billigen Kohle als Treibstoff, statt Öl das eher den deutschen Streitkräften während des ganzen Krieges vorbehalten waren. In diesem Moment ist die Musik zugleich sehr stürmisch und beunruhigend. In Wirklichkeit habe ich diese Passage absichtlich spontan mit vollen Fingern auf der Klaviatur chaotisch gespielt, die ich erst dann nachbessern mußte, damit sie nach der Harmonie noch akustisch erträglich bleibt. Sobald es aber lauter wird, ist der Höhepunkt im Orkan erreicht, bei dem das Schiff selbst SOS senden muß, wie man dies auch in der Musik ohne Zweifel hört, mit im Hintergrund dem Ertönen von Schornsteinen als Zeichen für Hilflosigkeit mit folglich der Evakuierung der Passagiere, sobald ein Leck gerade im Maschienenraum entstanden ist, so daß Kohle unter Wasser nicht mehr verbrennbar waren.

Sobald Alarm gegeben wird, hört man in der Musik zunächst Bewegung innerhalb des Schiffs, bevor die Evakuierung unter Geräuschen des Sturms draußen erfolgt, bis eine von mir arrangierte Melodie aus dem Regime von Vichy ertönt, um noch eine Tragödie zu begleiten. Die zwei Krankenschwester vom Roten Kreuz versuchten nämlich die Kinder, die sie zu ihrer Zeit in ihrem Obhut nahmen, zu ermuntern, indem alle das patriotische Lied sangen, « Nous voilà Maréchal ! » (Marechal (Pétain) « da sind wir ! ») wähend das Rettungsboot herunter ging. Leider wurden alle Insassen von einer gewaltigen Welle des Sturms erfaßt, um für immer im Meers Untergrund zu verchwinden. Abgesehen vom Gesang, das nicht im Stück wiedergegeben werden kann, wobei nicht jeder ihn wegen der damaligen Kollaborationspolitik mit den deutschen Besatzern wiederhören möchte, gelang es mir, ohnehin diese Melodie noch schöner zu machen, um damit bei der wahren Begebenheit zu bleiben, die nicht ohne Belang ist, denn es waren nämlich Kinder, die ums Leben gekommen waren, obgleich sie von Kriegsschauplätzen verschont werden sollten. Letztlich mußten sie aussichtslos gegen den Sturm mit der Angst kämpfen und dabei mit dem Leben bezahlen.

Als Folge daraus wollen keine Passagiere die anderen Rettungsboote besteigen, wie eine kurze Passage der Musik diese harte Realität zu wiederzugeben versucht.

Gleich danach begleitet die Musik das Schiff, das nicht mehr zu steuern ist, bis es selbst langsam untergeht. Sobald das geschieht, hört man nur noch das Meer, bevor die Musik wieder am Leben gerufen wird, um alle Überlebenden im noch unruhigem Wasser vor der plötzlichen Wirklichkeit zu stellen, nämlich das Schiff sei tatsächlich für immer verschwunden. Die Musik unterstützt aber weiter in einer ermunterten Melodie die noch schwimmenden Opfer, die gerade rechtzeitig von rettenden Schiffen gefischt werden. Diese Passage habe ich meiner Weihnachtsmusik entnommen, die ich in demselben Jahr schrieb, aber dabei das Tempo mit Arrangement beschleunigt, um jene Hoffnung während jener Rettungsaktion zu verzeichnen. Sobald alle am Bord sind, folgt ein zweites arrangierte Weihnachtsmelodie, um Erleichterung unter Überlebenden zu bemalen, die nun am bord anderer Schiffe sind. Dann kommt meine dritte Lieblingsmelodie an die Reihe, um sich vom Untergegangenen Schiff im Zug jener schrecklichen Tragödie zu verabschieden, allerdings möglichst in der Eile, um sich von diesem Alptraum aus diesem unerwarteten Unglück zu befreien und dann alles schnell zu vergessen. Ich habe deshalb das Musikstück « Abschied » mit beschleunigtem Tempo hinzugefügt, welches ich ursprünglich für das Klavier schrieb, als Geschenk für meinen Sachgebietsleiter einer Hessischen Verwaltung, der in die Rente gegangen war, nachdem wir viele Jahre zusammen im Arbeitszimmer saßen.

Danach folgt eine Trauermelodie ganz anderer Art von ungefähr 2 Minuten, um dieses musikalisches Werk zu beenden, für alle die erst am Hafen von Marseille in Sicherheit gedenken wollen, mit gemischten Gefühlen angesichts der Realität, daß sie noch am Leben seien, während alle anderen ohne ein Wiedersehen mit dem Schiff im Meeresgrund zurückgeblieben sind.

Mehr zum Untergang dieses Passagierschiffs im meinem Blog Nizza.

Hinweis: die Qualität ist sehr stark herabgesetzt worden, um die Datei aufladen zu können.

Musik / Musique
 
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Remarque: la qualité de l’enregistrement est très passable afin de pouvoir télécharger le fichier.

(F) Cette oeuvre musicale inédite jouée pour Orgue sur Yamaha PSS-795 dure au plus trois quart d’heures. Elle est dédiée aux victimes du naufrage du paquebot « Lamoricière » qui en route d’Alger vers Marseille en pleine tempête avait sombré en 1942 en mer Méditerranée. Mon père âgé de 13 ans à l’époque ne l’avait pas pris au dernier moment pour prolonger son séjour en Algérie durant la seconde guerre mondiale. Officiellement 14 enfants du centre Guynemer, auquel il faisait partie avaient péri avec les deux infirmières de la croix rouge qui les accompagnaient.

Ma composition en mémoire de cette tragédie est tout à fait originale en ne se jouant uniquement qu’avec un instrument de musique pour faire revivre le périple de ce paquebot jusqu’à son naufrage. J’ai en effet réussi à retracer les différentes étapes de la manière suivante.

La musique débute avec le départ du bateau en mer calme à l’intérieur du port. On entend facilement les sirènes émanant de la cheminée. Puis on remarque au son de la musique avec une certaine appréhension que le navire quitte le port en s’éloignant tout doucement sur une mer déjà déchaînée vers un destin incertain. On note cependant une longue tonalité pour marquer encore le glissement sans encombre du bateau sur l’eau. L’auditeur est dès lors immédiatement transposé du port au bateau lui-même pour ainsi continuer à l’accompagner, si bien que l’intensité de la musique redevient forte pour lui rester perceptible.

Le bateau navigue donc dans une mer de plus en plus remontée pendant un moment avant de s’enfoncer dans la nuit comme pour entrer lentement et sans méfiance en toute quiétude au milieu des ténèbres qui vont l’attirer dans un piège, lorsque tout à coup on entend un signal de détresse venant d’un cargo qui pris dans une tempête au large des cotes des îles espagnoles est sur le point de couler. Le paquebot fait alors immédiatement route vers lui pour tenter en toute hâte de lui porter secours en affrontant à la fois bravement la tempête qui devient plus forte comme nous le fait ressentir distinctement la musique.

En arrivant sur les lieux dans une atmosphère étrange suivie de quelques coups de sirène, on tente de lancer des appels pour retrouver les naufragés mais sans succès. La musique qui vient alors de dépeindre un sentiment de déception enchaîne finalement sur une mélodie pour rendre hommage aux disparus. Puis la tempête se déchaîne à nouveau pour rappeler la réalité et cela devient alors rapidement une lutte pour y faire face durant un moment avant de lancer à son tour le SOS. Et avec les coups de sirène des cheminées qui suivent dès lors, l’ordre d’évacuation est donné.

Le passage de musique durant la tempête a tout à fait été improvisé, avec tous les doigts sur le clavier, avant d’avoir été amélioré pour rester acoustiquement supportable et harmonieux. Puis la musique durant l’évacuation s’effectue d’abord à l’intérieur sans panique et après à l’extérieur avec nervosité face à la réalité de la tempête.

Dans la foulée on perçoit soudain la mélodie que j’ai arrangée « Maréchal nous voilà ! » pour couvrir le chant des enfants au milieu des vagues qui vont malheureusement les emporter. C’est alors à ce moment là que la musique cloue les passagers sur place face à cette tragédie avant d’accompagner le bateau désormais hors de contrôle en train de couler doucement mais sûrement. Une fois que le bateau est englouti à tout jamais, en ne laissant entendre plus que les vagues de la mer, la musique s’enchaîne pour accompagner les quelques rescapés qui nagent encore vers les navires arrivés à la rescousse sur les lieux. Une fois à bord, la mélodie dénote un soulagement avant de donner un adieu rapide au paquebot pour l’oublier au plus vite ce drame.

L’oeuvre musicale s’achève finalement dans un mélange de sentiments de délivrance et de deuil pour ceux qui débarquent en toute sécurité au port de Marseille. C’est en fait dans un esprit de réalité qui les entoure, à savoir qu’ils sont vraiment encore en vie tandis que les autres n’y sont plus, donc avec cette certitude d’avoir été emportés pour toujours par ce bateau au fond de la mer.

Pour en savoir plus sur le naufrage de ce paquebot aller à mon blog de Nice.

Über Martial

Ich befaße mich mit Pädologie, d.h. übergreifend mit Psychologie, Pädagogik und Pädiatrie bzw. Medizin, und darüber hinaus mit Kindern, die ich betreue, aber u. a. auch mit Elektronik. Ich bin arbeitsuchend.
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